Fachgruppe Wassergefahren

Die Fachgruppe Wassergefahren ist die zentrale Wasserdiensteinheit im Technischen Hilfswerk. Hauptaufgabe ist das Retten, Bergen, Arbeiten und Sichern auf dem Wasser. Die Helfer in der Fachgruppe sind spezialisten in der Rettung von Menschen oder Sachgütern aus überschwemmungs- oder Hochwasserlagen. Der Ortsverband Ulm besitzt eine Fachgruppe Wassergefahren Typ B mit dem sog. Fährenbaumaterial und ist damit zusätzlich in der Lage schwimmende Arbeitsplattformen zu bauen und zu betreiben.

 

Die Fachgruppe Wassergefahren...

  • ...rettet Menschen und Tiere aus Wassergefahren
  • ...birgt Sachwerte aus Wassergefahren
  • ...versorgt vom Wasser eingeschlossene Menschen und Tiere
  • ...betreibt Personenübersetzverkehr bei Evakuierungen und Fluchtbewegungen
  • ...unterstützt andere Einsatzkräfte bei Ihren Rettungsma?nahmen bzw. bei der Ölschadens-Bekämpfung an und auf dem Wasser
  • ...arbeitet bei der Damm und Deichsicherung mit
  • ...transportiert Lasten zu Lande und zu Wasser
  • ...baut und betreibt schwimmende Arbeitsplattformen und Anleger für verschiedene Arbeiten im und am Wasser
  • ...leistet Kranarbeiten und Verladetätigkeiten
Im Wasserdiensteinsatz wird die Fachgruppe Wassergefahren durch die Bergungsgruppen unterstützt. Diese stellen unter anderem ihre Zugfahrzeuge zum Bewegen der Boots- und Pontonanhänger und zum Materialtransport zur Verfügung.
Bei Schadenslagen, wie etwas einer Hochwasserkatastrophe, befindet sich sowohl in der Fachgruppe Wassergefahren, wie auch in den Bergegruppen, ausgebildetes Fachpersonal. In einem solchen Fall werden die Kräfte gesammelt und die sog. "Erweiterte" Fachgruppe teilt sich in mehrere Trupps. So kann flächendeckend, effizient und schnell im Einsatz geholfen werden.

 


Gruppenführer:
Benjamin Dangel

 


Truppführer:
Lukas Hiller

Die Wasserfahrzeuge sind pontonförmige Arbeitsboote aus Aluminium. Mit Hilfe der Pontons und dem Aluminium-Oberbaumaterial besteht die Möglichkeit zum Bau von schwimmenden Arbeitsplattformen und kleinen Brücken. Angetrieben werden diese entweder von zwei 75 PS Au?enbordmotoren oder dem leistungsstarken Schubboot mit Schottelantrieb. Ergänzt werden die Pontons durch zwei weitere Boote. Der Ortsverband besitzt ein Mehrzweckarbeitsboot aus Aluminium mit 147 PS Innenbordmotor und ein Mehrzweckboot aus GFK mit 40 PS Honda Au?enbordmotor. Zum Transport und Verladen der Boote, Pontons und des Oberbaumaterials besitzt die Fachgruppe einen hochgeländegängigen LKW (Typ MAN 6GL) mit 10 mt Ladekran.

 

MAN 6GL mit Ladekran

Typ: MAN 6GL
Kennzeichen: THW-80078
Funkrufname: Heros ULM 36/46
Motor: 320PS 8-Zylinder Diesel
Erstzulassung: 1978
Leergewicht: 8.700kg
Zul. Gesamtgewicht: 19.100kg
Ma?e (H/B/L): 3,55m / 2,50m / 8,90m

Mehrzweckarbeitsboot "Jumbo"

Typ: Neckar-Bootsbau Ebert GmbH 1143.4
Kennzeichen: THW-80061 (Trailer)
Funkrufname: Heros ULM 36/81
Motor: 147PS Innenbordmotor Volvo Penta AQ151 C
Baujahr: 1988
Leergewicht: 1.250kg
Nutzlast: 1.150kg

Mehrzweckboot "Nelly"

Typ: Fassmer-Werft 5061
Kennzeichen: THW-80081 (Trailer)
Funkrufname: Heros ULM 36/82
Motor: 40PS Au?enbordmotor Honda BF40-LHU mit Pinnensteuerung
Baujahr: 1989
Leergewicht: 260kg
Nutzlast: 1.000kg

Schubboot "Schneider von Ulm"

Typ: Fassmer-Werft 275/62
Kennzeichen: THW-81471 (Trailer)
Funkrufname: Heros ULM 36/85
Motor: 124PS 6 Zylinder (3,6L) Volvo Penta TMD40 A mit Schottel-Ruderpropeller
Baujahr: 1962
Leergewicht: 3.000kg
Nutzlast: 800kg


Mehrzweckponton

Typ: Fassmer-Werft BGS-Ponton, Typ C
Kennzeichen: THW-81465 & THW-81470 (Trailer)
Funkrufname: Heros ULM 36/83 und Heros ULM 36/84
Motor: 75PS Au?enbordmotor Honda BF75A, 75 PS - Separater Steuerstand
Baujahr: 1971
Leergewicht: 1.200kg pro Ponton
Nutzlast: 4.800kg pro Ponton

Arbeitsplattform

Mittels Oberbaumaterial und sog. Fahrbahnplatten können schwimmende Plattformen mit einer Tragfähigkeit von mehreren Tonnen, auf Basis zweiter Mehrzweckpontons gebaut werden. Diese Plattformen dienen zum Transport von Material oder fungieren für diverse Arbeiten auf dem Wasser.

Schlauchboot "Titanic"

Typ: DSB Zephyr 430/170
Motor: 4PS Tomos Au?enbordmotor
Baujahr: 1976
Länge: 430cm
Tragkraft: 1000kg


Jetfloat-System

Seit ein paar Jahren ist unser Ortsverband im Besitz von Schwimmelementen des Herstellers JETfloat International. Beschafft wurden inzwischen 120m², überwiegend schwarze, Schwimmsteg-Elemente, welche bei einlagiger Bauweise eine Tragkraft von 350 kg/m² aufweisen.

Mit diesem multifunktionalen System ist das THW Ulm in der Lage, schwimmende Arbeits-, Tauch- und Bergungsplattformen, Transportflö?e, Stege, Brücken, Bühnen und vieles mehr zu errichten. Aufgrund der modularen Bauweise können die vorhandenen 120m² jederzeit schnell an die jeweilige Einsatzsituation angepasst werden. Der kleinste Baustein dieses Systems, das sog. Doppelelement, misst 100cm x 50cm x 40cm (LxBxH).

Die Verbindung der Jetfloat-Elemente untereinander geschieht mit Hilfe von Verbindungsbolzen. Die Teilsegmente werden dann auf dem Wasser zu einer Gro?anlage zusammengefügt. Durch diese modulare Bauweise lässt sich das System in Länge, Breite und Höhe quasi endlos erweitern. Sollen Gegenstände mit Punktlasten ( z. B. Fahrzeuge ) darauf gestellt werden, ist ein Flächenbelag notwendig ( z.B. Bohlen oder auch das Oberbaumaterial des Fährgeräts).

Zum Einsatz kam das Jetfloat-System bereits bei einigen Events, u.a. als Start-Steg beim Einstein Triathlon in Ulm, als Bootsanleger auf dem Bodensee oder als Behelfsbrücke über die Donau.

Die Jetfloat-Elemente bestehen aus BASF-Lupolen 5261 Z. Ein hochwertiges Polyethylen mit praktisch unbegrenzter Lebensdauer und folgenden Produkteigenschaften:

  • witterungsfest, frostsicher
  • beständig gegen Salzwasser, Säuren u. Basen, ölbeständig
  • UV-stabil und schlagzäh
  • verrottungsfest und wartungsfrei

Technische Daten im überblick:

  • Ma?e pro Element (LxBxH): 100cm x 50cm x 40cm
  • Gewicht pro Element: 11 kg
  • Erweiterung und änderung der Anlage in 50 cm Schritten
  • Tragfähigkeit
  • Einlagig: 350 kg/m²
  • Zweilagig: 700 kg/m²
  • Dreilagig: 1050 kg/m²
  • Temperaturbeständigkeit: -60°C / +80°C
  • Freibord und Ballast mittels Flutverschraubung beliebig einstellbar
  • Traglasterhöhung durch Mehrlagigkeit

Vorteile des Jetfloat-Systems:

  • keine Reparatur- und Instandhaltungskosten
  • einfache Selbstmontage, keine Montagekräne nötig
  • an kleinen und unzugänglichen Plätzen montierbar
  • Teilmontage an Land und Komplettierung im Wasser
  • ganzjährig im Wasser verwendbar
  • jederzeit "zerlegbar" und "umbaubar" in 50 cm-Schritten
  • keine scharfen Kanten, Ecken und Verbindungsteile, glatte Oberfläche, dadurch keine Verletzungsgefahr

Sonar

Sieht Dinge unter Wasser die dem Auge sonst verborgen bleiben!

Was ist überhaupt ein Sonar-Gerät?
Das Wort Sonar ist die Abkürzung von "Sound Navigation and Ranging". Es handelt sich hierbei um ein Verfahren zur Ortung von Gegenständen - in unserem Fall unter Wasser - mithilfe ausgesandter Schallimpulse.

Wozu kann man ein Sonar beim THW gebrauchen?
Der Ortsverband Ulm ist seit Frühjahr 2016 im Besitz eines Humminbird Side-scan Sonars. Dieses ergänzt die Ausstattung der Fachgruppe Wassergefahren und erweitert damit die Einsatzoptionen und unterstützt die Helfer beim schnellen Suchen von Personen und Gegenständen unter Wasser sowie bei der Erkundung unbekannter Gewässer. Mögliche Einsatzoptionen sind:

  • Personensuche, Suche nach Fahrzeugen oder anderen versunken Gegenständen
  • Erkundung unbekannter Gewässer
  • Erkundung des Fluss- bzw. Seegrunds, Kartografie
  • Navigation auf dem Bodensee

Wie funktioniert das?
Das Grundprinzip des Sonars basiert auf der Reflektion von Schallwellen: Es wird eine Schallwelle erzeugt und in einer definierten Richtung ins Wasser eingeleitet. Das Echo der Schallwelle wird vom Empfänger wieder aufgenommen und aus der gemessenen Laufzeit der Welle werden dann die Entfernung zum reflektierenden Objekt und dessen räumliche Lage errechnet.

Der Ortsverband Ulm besitzt ein sog. "Side-scan Sonar" das mit der "Side Imaging" Technik von Humminbird arbeitet. Hier werden gleichzeitig zwei fächerförmige Impulse quer zur Fahrtrichtung des Bootes nach links und rechts ausgesendet. Diese beiden Schallkeulen erzeugen durch ihre breite Fächerform eine große Anzahl an Echos aus den unterschiedlichsten Richtungen. Diese Echos werden dann je nach Laufzeit und Intensität in einem Laufbild als Projektion, quasi eine Art Luftbild, auf dem Display dargestellt.

Die beiden seitlichen Sonarkegel arbeiten bis zu einer Distanz von je 70 Metern und erreichen gleichzeitig eine Tiefe von ca. 4 5 Metern. Das System wird mit einem Dual Beam Plus Kegel vervollständigt um auf die klassische 2D Darstellung von tieferen Bereichen nicht verzichten zu müssen. Durch die seitliche Abtastung können große, breite Gebiete abgesucht werden. Für eine Erkundung in tieferen Gebieten kann auf den klassischen Dual Beam Kegel umgestellt werden.

Technische Daten - Features und Zubehör
Humminbird 1199ci HD SI Combo

  • Eingebautes GPS samt Geschwindigkeits- und Temperaturgeber
  • Kartografie: Humminbrid ContourXD
  • Display: 26,4 cm, Auflösung: 800 x 480 (auch bei starker Sonneneinstrahlung gut zu lesen)
  • Abdeckung: 20° - 86°
  • max. Tiefe SI / Di 45,72m
  • max. Tiefe Dual Beam 457,2m - optional bis 914,4m
Das Sonargerät ist in einem tragbaren Koffer eingebaut und dank mobiler Spannungsversorgung (Akku bzw. 12V DC) und Universalhalterung auf fast jedem beliebigen Boot bzw. Schwimmkörper einsetzbar.